How To: Kleiderschrank Ausmisten.

Kleiderschrank ausmisten | WHAT PIXIES WEAR – Sustainable Fashion Blog

Ich sage das aus tiefster Überzeugung: Es gibt kaum etwas Befreienderes als alte und ungenutzte Dinge loszuwerden. Über das ganze letzte Jahr habe ich mit vielen Dingen – nicht nur materiellen – aufgeräumt und mich dem Minimalismus ein klein wenig angenähert. Das Thema Kleiderschrank ausmisten war bei mir dabei ganz groß, hatte ich doch viel zu viele Kleidungsstücke, einen Großteil davon habe ich seit Jahren nicht getragen. Einen großen Teil habe ich dabei gespendet, immer wieder verkaufe ich etwas davon und einiges musste auch einfach weggeworfen werden. Ich bin beim Aussortieren mit System vorgenommen. Weil zwischen den Jahren viele von euch etwas Zeit überhaben, zeige ich euch heute, nach welchen Kriterien ich sortiert habe, damit ihr mit einem frisch sortierten Kleiderschrank in das neue Jahr starten könnt.

Kleiderschrank ausmisten in 8 Schritten

1 – Nehmt euch ausreichend Zeit

Je nachdem, wieviele Sachen ihr habt, braucht es ein wenig Zeit, bis ihr euren Kleiderschrank sortiert habt. Wenn ihr es wirklich gründlich machen wollt, nehmt euch einen halben bis einen ganzen Tag Zeit. So müsst ihr euch nicht stressen und könnt euch am Ende sicher sein, dass ihr das die richtige Auswahl getroffen habt.

2 – Sorgt für genug Platz und das nötige Equipment

Ihr werdet während dem Aussortieren Platz brauchen – ihr werdet ja einiges aus dem Kleiderschrank holen – und es ist gut, auch das nötige Equipment (z.B. große Taschen oder Müllsäcke für Aussortiertes) bereits vorbereitet zu haben. Ich habe meine Kleidung nach und nach in vier Stapel sortiert: behalten, weiterverkaufen, spenden und wegwerfen.

Wenn ihr euch bei einem Teil nicht entscheiden könnt, ob es gespendet oder weiterverkauft werden soll, denkt darüber nach: Will ich Profit aus dem Teil schlagen oder steht zum Beispiel der Winter bevor und habe ich einige Wintermäntel, die ich an Obdachlosenheime spenden kann? Ich gehe auch immer wieder mal durch meinen „zu verkaufen“-Stapel mit Sachen, für die ich noch keinen Käufer gefunden habe, und mache mir Gedanken darüber, ob es zu diesem Zeitpunkt sinnvoller wäre, sie zu spenden.

Optional: Wenn ihr etwas habt, das repariert werden muss und nur aufgrund dessen nicht getragen wird, legt diese Teile auf einem separaten Stapel ab und bringt sie alle gemeinsam zum Schneider oder Schuster. Wir alle könnten unsere Schuhe viel länger tragen, wenn wir sie regelmäßig neu besohlen lassen würden. Nicht immer zahlt es sich aus, oft ist es aber eine gute Investition, um von einem Paar Schuhe länger etwas zu haben.

3 – Organisiert alles in Kategorien

Wenn ihr mit einem wirklich unsortierten Kleiderschrank startet, in dem alles kreuz und quer hängt, rate ich euch: Sucht erst mal alle Blusen zusammen, alle Kleider, alle T-Shirts, alle Hosen, usw. So habt ihr einen guten Überblick darüber, in welcher Kategorie ihr besonders viel besitzt und vielleicht loswerden möchtet, und in welcher Kategorie ihr vielleicht sogar später etwas braucht, um es mit den verbliebenen Stücken zu kombinieren.

Ich erinnere mich daran, dass mir beim Sortieren richtig bewusst geworden ist, wie viele meiner Lieblingsstücke ich öfter tragen könnte, wenn ich eine schwarze High-Waist-Jeans hätte. Zuvor hatte ich mich gegen einen Kauf immer gewehrt, weil ich es unnötig fand, noch ein Paar schwarzer Jeans zu besitzen. Im Nachhinein betrachtet habe ich mit ihr viele Oberteile nun viel öfter getragen.

4 – Haltet euch an die Sechs-Monats-Regel

Ihr kennt sie alle: Die Regel, die besagt, dass Kleidungsstücke, die ihr sechs Monate lang nicht getragen habt, gehen müssen. Im Großen und Ganzen stimme ich ihr zu. Alles, was das letzte halbe Jahr nicht aus dem Schrank genommen wurde, kann gut und gerne weg. Ausnahmen gelten natürlich für saisonale Kleidung und zum Beispiel Abendmode. Da wir von solch speziellen Kleidungsstücken eher selten vergessen, dass wir sie besitzen, lohnt es sich diese in einem gesonderten Fach außer Sichtweite (etwa ganz oben im Schrank) oder einer Box zu verstauen. Ich weiß z.B. dass ich einen Weihnachtspullover und ein Abendkleid habe, ohne es jeden Tag im Schrank zu sehen.

Ich besitze außerdem viele Kleidungsstücke, die für mich einen sentimentalen Wert haben – auch diese habe ich gefaltet und zusammen mit der saisonalen Kleidung in eine Aufbewahrungsbox gelegt. Ich besitze viele Vintage-Kleider, die einfach zu schön sind, um sich von ihnen zu trennen, oder auch zum Beispiel das Hochzeitskleid meiner Großmutter. Tragen würde ich sie vielleicht zur Zeit nicht, ich weiß aber, dass sie mich einfach glücklich machen.

5 – Seid ehrlich zu euch selbst

Wir haben alle diese Dinge im Schrank, die wir zwar schön finden, die an uns dann aber doch nicht so gut aussehen, wie wir es uns ausmalen. Seid ehrlich zu euch selbst: Die schönen Sachen nehmen Platz weg und ihr fühlt euch damit nie so wirklich wohl. Ich hatte zum Beispiel viele sehr ähnliche weiße Blusen und Hemden, aber nur wenige habe ich wirklich getragen, weil andere in irgendeinem Detail nicht zu 100% perfekt für mich waren. Sie alle waren zwar schön, machten mich aber nicht wirklich glücklich.

Diese Stücke sind gute Kandidaten zum Weiterverkaufen. Stellt sie auf einer Second-Hand-Plattform ein oder organisiert euch einen Stand auf einem Flohmarkt und macht einer anderen Person eine Freude, die die Sachen dann auch wirklich gerne trägt.

6 – Findet Gemeinsamkeiten

Wie bereits oben angemerkt: Ich hatte zum Beispiel eine ganze Menge weißer Hemden. Wenn ihr von einer Art eines Kleidungsstücke besonders viele besitzt, könnt ihr euch gut und gerne von einigen trennen. Wenn es euch schwer fällt euch zu entscheiden, probiert die Sachen an und findet heraus, was ihr an den einzelnen Teilen mögt und was nicht. Außerdem ein wichtiger Indikator: Mit wie vielen anderen Dingen aus eurem Kleiderschrank lassen sie sich kombinieren? Als ich mich dem Thema Kleiderschrank ausmisten das erste mal angenommen habe, ist mir zum Beispiel aufgefallen, dass ich immer wieder gemusterte Sachen gekauft, aber dann doch nicht getragen habe. Ich habe viele davon weiterverkauft und denke jetzt zweimal nach, bevor ich wieder etwas (groß-)gemustertes kaufe.

Wenn ihr die gemusterten (oder was auch immer) Dinge gerne tragen würdet, lohnt es sich vielleicht sogar, in Zukunft mehr Wert darauf zu legen, mehr in Basics in ruhigen Farben zu investieren, damit ihr wirklich das meiste aus eurer Garderobe herausholen könnt. Mit den richtigen Basics ist das morgendliche Anziehen ein Kinderspiel – sogar wenn ihr schlaftrunken vorm Kleiderschrank steht.

7 – Organisiert und ordnet alles ein

Nun geht es ans Eingemachte: Räumt euren Kleiderschrank so ein, dass ihr am Ende einen guten Überblick darüber habt, was ihr besitzt und wie ihr es kombinieren könnt. Überlegt euch zum Beispiel, wo ihr eure T-Shirts hinlegen wollt, ob ihr eure Jeans lieber aufhängen oder hinlegen wollt usw.

Zusätzlich macht es Sinn, die Kleidungsstücke von hell nach dunkel zu schlichten. Bei meinen T-Shirts zum Beispiel finde ich mich viel besser zurecht, seit sie von weiß nach schwarz sortiert sind, und ich habe sogar einen separaten Stapel für Shirts mit Print oder Muster eingerichtet. Abgesehen von der Übersicht: Wenn ihr eure Kleidung immer fein säuberlich faltet oder aufhängt, habt ihr länger etwas von ihr und ihr müsst auch nicht unnötig mehr bügeln.

Je nachdem, wie viel Platz ihr habt, kann es außerdem Sinn machen, im Sommer die Winterpullis wegzupacken und in der kalten Saison die Sommerkleider. Da ich mittlerweile genug Platz im Kleiderschrank habe, dürfen bei mir die luftigen Kleidchen aber gerne hängen bleiben.

8 – … und repeat

Mit einem einzigen Mal ist es wahrscheinlich nicht getan. Es lohnt sich durchaus, den Kleiderschrank regelmäßig zu sortieren. Euer Stil entwickelt sich vielleicht weiter und ihr findet in einem halben Jahr wieder eine Menge Sachen, die weg müssen, oder ihr wollt einfach nur wieder neue Ordnung in euren Schrank bringen. Je öfter ihr es macht, umso weniger nötig wird es übrigens nötig sein. Bei mir ist es mittlerweile zu einem fließenden Prozess geworden, immer wieder picke ich einzelne Teile heraus, die gehen müssen und ich nehme mir gerne die Zeit, alles regelmäßig in Ordnung zu halten.

Wie sieht es bei euch im Kleiderschrank aus: Habt ihr das Gefühl, viele zu viel zu besitzen und dringend etwas loswerden zu müssen oder nenn ihr einen fein sortierten Schrank euer eigen? Wenn euch meine Tipps geholfen haben, freue ich mich über einen Kommentar von euch!