#FashionRevolution: Was Slow Fashion für mich bedeutet.

slow fashion hierarchie

Illustration by Sarah Lazarovic

Heute ist Fashion Revolution Day – genau heute vor drei Jahren ereignete sich das schreckliche Rana Plaza-Unglück, dem über 1000 unschuldige Arbeiter zum Opfer gefallen sind. Die Sicherheitslücken des Fabriksgebäudes waren bekannt, und trotzdem wurden die Arbeiter in die Fabrik geschickt –  die Fast Fashion-Riesen warteten auf ihre Lieferung, die Menschen dort mussten ihre Arbeit rechtzeitig fertigstellen, unabhängig davon, ob dadurch ihr Leben gefährdet würde oder nicht.

Unglaublich, nicht wahr? Man sollte meinen, spätestens an diesem Tag fand bei den meisten Menschen ein Umdenken statt. Solche Firmen kann man doch nicht weiter unterstützen!? Und immer noch greifen viel zu viele Menschen auf die großen Ketten zurück, die unter menschenunwürdigen und umweltschädlichen Bedingungen immer schneller und immer mehr produzieren – doch wir werden immer mehr. Wir, das sind alle, die versuchen, so gut es geht auf solche Produkte zu verzichten, die die Produktion von fair hergestellten Waren fördern und auf Qualität statt Quantität bestehen. Wir, die für Slow Fashion statt Fast Fashion stehen.

Was bedeutet Slow Fashion?

Tippt man Slow Fashion in Google ein, erhält man dieses Suchergebnis:Slow Fashion is not your typical seasonal fashion trend, it is a movement that is steadily gaining momentum and is likely here to stay. Today’s mainstream fashion industry relies on globalised, mass production where garments are transformed from the design stage to the retail floor in only a few weeks.“

Ziemlich nichtssagend, nicht wahr? Damit ihr wisst, wovon genau die Rede ist, wenn ich hier auf WHAT PIXIES WEAR von „Slow Fashion“ sprechen, habe ich euch hier noch einmal zusammengefasst, was der Begriff für mich bedeutet.

Weniger kaufen, dafür vorhandene Kleidung neu kombinieren

Der allerwichtigste Punkt für mich: dem Konsumwahn entkommen, endlich damit aufhören, Teil dieser wahnsinnigen Konsummaschinerie zu sein und nicht immer zu denken, dass man dies oder jenes unbedingt braucht, und zwar jetzt sofort. Es gibt keinen Grund, jeden einzelnen Trend mitzumachen. Glücklich wird man davon mit Sicherheit nicht. Ich war schon immer jemand, der Kleidungsstücke jahrelang trägt und auf die Sachen acht gibt, damit sie lange Zeit halten. Genau aus diesem Grund seht ihr hier auch immer noch Teile von H&M, Zara, etc. – es gibt einzelne Stücke in meinem Kleiderschrank, die noch aus meiner Schulzeit stammen und trotz allem immer noch aussehen wie neu. Trotzdem erwische ich mich immer noch zu oft dabei, wie ich mich Hals über Kopf in ein Trendteil verliebe, das ich eigentlich nicht brauche. Sein eigenes Konsumverhalten zu erkennen und zu überdenken ist der erste Schritt in die richtige Richtung. Meist hat man in seinem überquellenden Kleiderschrank ohnehin bereits alles, was man braucht. Und ihr werdet ganz bald erkennen, der Verzicht auf neue Kleidung schränkt euch nicht ein, er macht euch sogar kreativer beim Kombinieren.

Kleiner Tipp am Rande, um lange Freude an eurer Kleidung zu haben: Haltet euch immer an die Waschhinweise am Etikett. Das Material leidet unter falschem Waschen mehr, als ihr euch vorstellen könnt. 30°C mit faserschonendem Waschmittel reichen völlig aus, um die meisten Kleidungsstücke sauber zu waschen, gerne auch ergänzt mit Hygienespüler.

So nachhaltig wie möglich shoppen

Bei allem Verzicht muss manchmal doch etwas Neues her, sei es, weil ihr es wirklich braucht oder einfach, weil ihr ein wunderwunderschönes Teil entdeckt, das ihr unbedingt haben möchtet. Ich versuche, die Verlockung möglichst klein zu halten und befasse mich recht wenig mit den neuesten Trends, aber immer wieder gibt es doch Dinge, von denen ich denke, dass ich sie jetzt sofort unbedingt brauche – dann mache ich mich auf die Suche: In Second Hand Shops, online auf Second-Hand-Plattformen oder auch in entsprechenden Online Shops, die sich auf nachhaltige und faire Mode spezialisiert haben.

Second Hand und Vintage ist mir dabei eindeutig am liebsten: Es ist und bleibt die nachhaltigste Art zu shoppen, vermeidet unnötigen Müll und spart Ressourcen. Mittlerweile kaufe ich fast alles gebraucht und verkaufe auch gerne meine eigenen Fehlkäufe bzw. die Sachen, die ich nicht mehr brauche, weiter. Ich würde gerne mehr spenden – bei vielen Organisationen sollte man jedoch beachten, dass sie die Kleidung eher in ärmere Länder weiterverkaufen anstatt sie an Bedürftige zu verschenken.

Nachhaltige & soziale Unternehmen unterstützen

Nicht alles kann man Second Hand kaufen – auch wenn ich selbst ein großer Fan davon bin, kann ich selbstverständlich verstehen, dass nicht jeder bereits getragene Kleidung in seinem eigenen Schrank hängen haben möchte. Und natürlich gibt es auch bei mir immer wieder Teile, die ich nicht gebraucht finden kann oder auch einfach nicht kaufen möchte (ich sag‘ nur Unterwäsche). In diesem Fall lohnt es sich, auf Unternehmen zurückzugreifen, die so ressourcensparend wie möglich und – ganz wichtig – unter fairen Bedingungen produzieren. ‚Fair‘ bedeutet für mich übrigens nicht nur fair gegenüber Menschen, sondern auch fair gegenüber der Umwelt und vegan. Damit das Shoppen bei solchen Labels für uns alle einfacher wird, hat die liebe Justine von Justine kept calm and went vegan eine ganze tolle Liste mit fairen und veganen Labels aus allen Kategorien zusammengestellt.

„Buy to last“ – auf Qualität statt Quantität setzen

Last, but not least: Je mehr qualitativ hochwertige Stücke ihr kauft, umso seltener müsst ihr sie ersetzen. Mein oben genannter Tipp mit den Waschhinweisen macht auch günstigere Teile länger haltbar, besser ist es aber natürlich immer, in gute Qualität und einen eigenen Stil abseits von schnellebigen Trends zu investieren. Ordentlich geschlossene Nähte, ein sauber verarbeiteter Saum, gleichmäßig gewebte und gefärbte Stoffe – das alles macht gute Qualität aus. Und das alles führt auch dazu, dass sich die Teile nicht nach einer gewissen Zeit einfach auflösen oder auseinander fallen. Und wenn sie es doch tun, heißt der erste Schritt reparieren und nicht sofort aussortieren. Hochwertige Teile haben natürlich ihren Preis – rechnet ihr diesen aber auf die verlängerte Tragedauer auf, werdet ihr sehen, dass ihr für ein hochwertiges T-Shirt, das Jahre hält, keinen Cent mehr ausgebt, als wenn ihr jede Saison ein neues H&M-T-Shirt kaufen würdet.

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