exploring lisbon-8

Es ist zu lange her, dass wir gereist sind. Viel zu lange. Seit unserem Umzug nach Berlin gab es kaum Zeit, zur Ruhe zu kommen, kaum Zeit sich überhaupt ein Reiseziel auszudenken geschweige denn auch wirklich hinzufahren. Nun haben wir E N D L I C H die letzten beiden Tage in Lissabon verbracht – und dabei einige wunderbare Dinge entdeckt. Schon als wir aus der U-Bahn ausgestiegen sind, war einer meiner ersten erstaunten Sätze: „Wieso leben wir denn nicht hier?“ Die Stadt ist wunderschön, ich habe mich auf den ersten Blick in die alten Gemäuer verliebt, die die engen, gepflasterten Straßen bergauf und bergab flankieren.


SEHEN


Für mich ist Lissabon ein einzigartiges Archtitekturjuwel. Die farbenfroh gefliesten Hauswände sind weltbekannt, und obwohl man weiß, worauf man sich einlässt, haben sie mich sofort verzaubert. Wir haben unser Hostel im Stadtteil Chiado gewählt, und schon die dortige Umgebung hat mich mit ihren wunderschönen Altbauten beeindruckt. Nicht nur die Häuser, auch die Plätze, Statuen und die künstlerische Art, die Straßen zu pflastern, sind einmalig. Auf diesen Hügeln zu bauen fordert einiges an Kreativität, und wenn es an Platz fehlt, wird eben in die Höhe gebaut. Während in höher gelegenen Stadtteilen teils sehr alte Gemäuer zu finden sind, wurde das komplette Viertel Baixa nach einem Erdbeben im 18. Jahrhundert neu angelegt (erdbebensicher, wohlgemerkt). Hat man Zeit, Muße und vor allem Kondition, lohnt es sich auf jeden Fall, die Stadt zu Fuß zu erkunden. Die Gegend um den Largo de Camões stellte sich als vorzüglich heraus, um in jede erdenkliche Richtung zu Fuß aufzubrechen.

Das Partyviertel Lissabons, das Bairro Alto, haben wir nach dem Abendessen erkundet. Die Gegend strotzt nur so vor Cocktailbars, Restaurants und Tascas (Kneipen). Da wir den Rest des Sommers genießen wollten, haben wir es den jungen Lisboetas gleichgetan und den Abend auf der Aussichtsplattform Miradouro de Santa Catarina bei einem kühlen Bier und Blick auf das Meer ausklingen lassen.

   exploring lisbon-6 exploring lisbon-5 exploring lisbon-10 exploring lisbon-12 exploring lisbon-16 exploring lisbon-18 exploring lisbon-26 exploring lisbon-19


ESSEN


Gegessen haben wir im vegetarischen Restaurant Jardim dos Sentidos (Rua da Mae d’Agua 3) in Bairro Alto. Wie in portugiesischen Restaurants üblich, wurde uns beim Ankommen sofort ein Gruß aus der Küche – Couvert – in Form von Humus und Oliven serviert (man kann diese Aufmerksamkeit, die nicht kostenfrei ist, übrigens gerne ablehnen, ohne dass dies als unhöflich angesehen wird). Auf der Karte des Jardim dos Sentidos lässt sich zwar keine klare Linie erkennen – von Frühlingsrollen über Burger bis hin zu Curry, Schokoladenfondue und Cheesecake findet man hier alles. Wir haben uns beide für den veganen Seitan-Burger mit Süßkartoffelchips entschieden und es war köstlich.

Wie viele andere Besucher der Stadt sind wir eher zufällig am zweiten Tag über Gelato Therapy (Rua da Madalena 83) in Baixa gestolpert – ein ganz offensichtlich mit Liebe geführtes Eiscafé mit Sorten wie ladyfinger banana with dark chocolate chipsbasil and vanilla oder passionfruit of Madeira. Nicht nur die Eiscreme war köstlich, auch das Interior ist ganz bezaubernd!


SHOPPEN


Auf Shopping waren wir eher weniger aus, haben jedoch ein paar kleine Läden entdeckt. Das Typographia in der Rua Augusta ist ein süßer kleiner Laden, der lässig bedruckte T-Shirts verkauft. Da Portugal eine große Bekleidungsindustrie besitzt, kommen die T-Shirts natürlich aus heimischer Produktion und werden direkt vor Ort im Laden bedruckt. Wer die Print-Shirts von Urban Outfitters mag, wird Typographia lieben!

exploring lisbon-14

Dass ich Second Hand und Vintage liebe, lässt sich hier auf WHAT PIXIES WEAR wohl kaum verbergen. Zwei zusammengehörende Läden, die wir entdeckt haben, sind A Outra Face Da Lua (Rua Assunção 22) und Viúva Alegre direkt gegenüber (Rua Assunção 19) im Stadtteil Baixa. Während im Viúva Alegre vor allem höherpreisige Vintage-Juwele zu finden sind, baut das A Outra Face Da Lua auf ein Konzept aus Snacks, Getränken, Second Hand und Upcycling. Die Auswahl ist gut, die Preise erschwinglich und das Personal hat sichtlich Spaß (bei unserem Besuch vor allem mit verschiedenen Remixes von Michael Jacksons Billy Jean). Die Upcycling-Ideen sind einmalig und ich wünschte, es gäbe einen solchen Laden in Berlin!

exploring lisbon-21


ERLEBEN


Am zweiten Tag haben wir uns ein Tuk Tuk genommen, um die östliche Altstadt zu erkunden. Obwohl nicht unbedingt budget friendly – pro Stunde zwischen 45 und 70€ – war dies wohl eine meiner besten Entscheidungen seit langem. Unser Fahrer Manuel hat uns mit seinen Fahrkünsten in den engen und steilen Gassen beeindruckt und uns an berühmte, schöne und seine liebsten Plätze geführt. Besonders, wenn keine Zeit bleibt, um die schönsten Stadtteile zu Fuß zu erkunden, ist ein Tuk Tuk richtig klasse. Während wir auf den unebenen Pflasterstraßen richtig gut durchgeschüttelt wurden, erzählte uns Manuel ein wenig über die wichtigsten Feste der Stadt, über Fado-Sänger und Schriftsteller. Er führte uns vorbei am Castelo de Sao Jorge und der Kirche Igreja Santo António an die höchste Aussichtsplattform der Stadt – das Miradouro da Senhora do Monte – und weiter durch den Markt der Diebe Feira da Ladra und den Stadtteil Alfama hinunter an die Küste und entlang einiger beeindruckender Bauten zurück zum Arco da Rua Augusta, von wo wir gestartet waren. Die Touren lassen sich individualisieren und führen auf Wunsch sogar in die angrenzenden Städte. Wir haben einen tollen Überblick über die Altstadt erhalten und das Abenteuer sehr genossen!

  exploring lisbon-23 exploring lisbon-24